Seine jüngste Tochter Anna Groth schreibt über ihn in ihren Lebenserinnerungen von 1957:
"Eugen Groth war Kaufmann, gab sein Geschäft in der Münchengasse (etwa 1872) aber auf, als die Miete zu hoch wurde, arbeitete als freier Kaufmann, übernahm Kommissionen und arbeitete später als Bücherrevisor. [...]
Vater
war in Groß Jannewitz, Ks Lauenburg in Pommern am 26. Juli 1845
geboren worden. Sein Vater, euer Ururgroßvater war Lehrer und
Organist in Gr. Jannewitz. [...] Unser Vater war nach Beendigung seiner Schulzeit (bei
seinem Vater in Gr. Jannewitz) in die Kaufmannslehre zu seinem Onkel
- seines Vaters Bruder - nach Danzig am Kohlenmarkt gekommen. Von
dort kam er dann als "Kommis" zu seinem Bruder Friedrich,
dem Mann der Tante Ludchen, der ein Kolonialwaren Geschäft auf dem
2. Damm 15 hatte! Nun - vom III. Damm ging dann eben unser
18-19jähriges Muttchen, das Louischen, im II. Damm 15 ihre Einkäufe
besorgen, - und so kam es eben, wie es kommen sollte! [...] Aus seiner Jugendzeit erzählte
er gern von seiner Freundschaft mit dem Sohn des "Patrons"
von Gr. Jannewitz, dem Grafen von der Osten. Er verkehrte dort im
Hause. Von seinen Eltern her brachte Vater sicher eine "gute
Kinderstube" mit. Ich weiß noch, wie Vater erzählte, daß er
beim Spiel mit seinem Freund die Jacke ausziehen sollte. Er wußte
aber genau, daß er am Ärmel ein kleines Loch hatte. Standhaft
weigerte er sich, die Jacke auszuziehen und ging vermutlich unter
irgendeinem Vorwand nach Hause. Ich möchte dies gewissermaßen als
"typisch" für unsere Familie bezeichnen. Unser Großvater
hatte neben seinen Schulkindern ständig sog. Präparanden, die er
für das Lehrerseminar vorbereitete. So hat auch unser Vater auch
erweiterten Unterricht bei ihm gehabt bis er seine Lehrstelle in
Danzig antrat. Die Fahrt von Lauenburg nach Danzig mußte Vater
damals natürlich mit der Post oder irgendeinem anderen Fuhrwerk
machen. Die Kaufmannslehre, die Vater damals bei seinem Onkel, ich
glaube, er hieß auch Friedrich Groth, war für Vater nicht leicht.
Ich erinnere mich dunkel, daß mancherlei unglückliche
Familienverhältnisse vorgelegen haben. Vater selbst hatte darüber
ein Schriftstück verfaßt - doch das ist irgendwie abhanden
gekommen. Vater war übrigens während seiner Lehrzeit immer bedacht,
sich weiterzubilden. So erzählte er, daß er sich französische oder
lateinische Vokabeln auf Zettel geschrieben hatte und diese auf
verschiedene Schubladen im Requsitorium [?] geklebt hatte, um beim
Kundenbedienen immer etwas weiter zu lernen. [...]
Soweit
ich mich erinnere, oder als Kind verstanden habe, hat Vater bald 1872
? das Geschäft aufgegeben, weil die Wirtin des Hauses die Miete
steigerte! Vater, der nicht dazu geschaffen war, sich irgendeinem
fremden Willen, noch gar dem Willen einer Frau unterzuordnen, gab
einfach das Geschäft auf. Es paßte ihm nicht! Er lebte fortan als
freier Mann, als freier Kaufmann, übernahm sog. “Kommissionen”
und arbeitete als Bücherrevisor.
Um diese Zeit herum
hat er dann auch angefangen, in der St. Marienkirche zu Danzig das
"Jüngste Gericht" von Memling zu kopieren. Ich weiß von
unserer Mutter, daß er 5 Jahre daran gearbeitet hat. Er hat das Bild
dann in vielen Städten ausgestellt, z.B. in Prag, in Böhmen
überhaupt, lange Zeit war es in Straßburg. Zuletzt, darauf besinne
ich mich noch war er mit unserer Mutter damit in
Königsberg/Ostpreußen. - Später hat er es der Marienburg
geschenkt, nachdem Oberpräsident v. Gosler zusammen mit dem
Renovator der Marienburg, Steinbrecht, [es] in unserer
Wohnung, wir wohnten damals Fleischergasse 18, besichtigt hatte.
Es stand dann lange Jahre im Remter des Hochmeisters. Später ist es
dann, weil es hieß, daß nur Originale
in der Marienburg selbst aufgestellt werden sollten, als Copie in
einem besonderen Flügel des Schlosses würdig aufgestellt worden."
Schreiben der Privatkanzlei des Kaisers:
PRIVAT CANZLEI SR. MAJESTÄT DES KAISERS UND KÖNIGS an Eugen Groth Wohlgeboren zu Danzig Altstädt. Graben 110 2Tr. Berlin 9.2.1877
"Seiner Majestät [...] hat das [...] eingeschickte kleine Bild, die erste Probe darstellend, welche des hochseligen Königs Friedrich Wilhelm IV. Majestät [...] in Danzig abgenommen hat, vorgelegen.
Allerhöchstdieselben wollen Ew. Wohlgeboren dieses Andenkens jedoch nicht berauben und haben mich zu beauftragen geruht, das Bild Ihnen unter Bezeigung des Allerhöchsten Dankes für die durch Vorlegung desselben bewiesene Aufmerksamkeit, zurückzugeben.
Allerhöchstdieselben wollen Ew. Wohlgeboren dieses Andenkens jedoch nicht berauben und haben mich zu beauftragen geruht, das Bild Ihnen unter Bezeigung des Allerhöchsten Dankes für die durch Vorlegung desselben bewiesene Aufmerksamkeit, zurückzugeben.
/erfolgt mit besonderer Adresse
Born
Geheimer Hofrath"
Zeitungsausschnitt:
Neue Erfindung.
Herrn Eugen Groth, hier, ist ein Federhalter für ganz Deutschland und im Auslande patentiert worden. Dieser Federhalter verhindert durch einen leicht zu handhabenden Schieber absolut das so lästige Beschmutzen der Hände, des Papiers und des Lineals mit Tinte. Weitere Vorzüge des Grothschen Federhalters sind: Handliche Form und schönes Aussehen, leichte Handhabung, Verwendung jeder Schreibfeder, ferner die Möglichkeit, eine Anzahl Strichlinien, ohne die Stellung des Lineals verändern zu müssen, korrekt auszuführen, sowie besonders absolut feste Auflage auch auf schrägen Flächen.
Der Grothsche Federhalter erscheint sowohl für den praktischen Gebrauch in der Schule als auch im Kontor und Büro recht verwendbar zu sein.
Erfunden im Jahre 1898.
Zeitungsausschnitt:
Neue Erfindung.
Herrn Eugen Groth, hier, ist ein Federhalter für ganz Deutschland und im Auslande patentiert worden. Dieser Federhalter verhindert durch einen leicht zu handhabenden Schieber absolut das so lästige Beschmutzen der Hände, des Papiers und des Lineals mit Tinte. Weitere Vorzüge des Grothschen Federhalters sind: Handliche Form und schönes Aussehen, leichte Handhabung, Verwendung jeder Schreibfeder, ferner die Möglichkeit, eine Anzahl Strichlinien, ohne die Stellung des Lineals verändern zu müssen, korrekt auszuführen, sowie besonders absolut feste Auflage auch auf schrägen Flächen.
Der Grothsche Federhalter erscheint sowohl für den praktischen Gebrauch in der Schule als auch im Kontor und Büro recht verwendbar zu sein.
Erfunden im Jahre 1898.
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